Freitagsmusik mit Joney (ILL)

Jonas Schiefferdecker alias Joney ist schon längst kein unbekannter mehr: Denn er und das ILL-Kollektiv legen in regelmäßigen Abständen in Hamburg auf und haben sich darüber hinaus auch deutschlandweit einen Namen gemacht. Bei ILL handelt es sich um eine Art Zusammenschluss von Hamburger Musikproduzenten sowie DJs, die ihre Gemeinsamkeit unter anderem in der Kritik der Musikindustrie sehen. Erst kürzlich im Zusammenhang mit der kritischen Auseinandersetzung mit dem Gefahrengebiet waren sie sehr aktiv. Joneys Bezug zur Musik entwickelte sich dabei schon früh: Die ersten Schlagzeug-Unterrichtsstunden faszinierten ihn so sehr, dass er sich seitdem in diversen Bands engagierte. Doch auch die Leidenschaft zur elektronischen Musik wurde entfacht. Und hierbei insbesondere für House, Techno, Drum’n’Bass, Trap bishin zu Dubstep. 2010 veröffentlichte Joney dann mit „Violent Jazz“ seine erste Single. Es folgten unter anderem die EP „Illowhead“, mit eindeutigen Trap-Bezug. Zudem legt Jonas Schifferdecker ab und an gemeinsam mit Pudel-Urgestein Ralf Köster unter dem wohlklingenden Pseudonym Rüftata110 auf. Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Joney ist äußerst vielschichtig, und so sind es auch seine Lieblingstracks der heutigen Freitagsmusik! Viel Spaß damit!

Wohl der wichtigste Song ist dieser hier, von meinem mittlerweile Freund Joris aka Krampfhaft. Es ist der Song, wegen dem DJ Shadow aus den Club geschmissen wird, weil es “too future” sei. Es ist auch der Track, durch den ich auf Saturate Records aufmerksam wurde, ohne gewusst zu haben, dass Saturate! auch aus Hamburg kommt. Damit fing irgendwie alles an oder neu an:

Krampfhaft – Spit Thunder

Stagga`s “The Warm Air Room” ist für mich das erste richtig schön unverkrampfte Album nach der Dubstep Peaktime gewesen. Weil er das in Berlin bei Doshy mitproduziert hat bin ich dann auch durch diesen Schlenker wieder an neue Leute geraten. Allesamt jut drauf!

Stagga Feat. Monky – The Chilski

Interdisziplinäres Vorbild durch alle Kategorien ist irgendwie auch immernoch Mike Patton. Spiele Mr. Bungle gerne am Ende von Sets und finde Ipecac Records schaurig schön.

Mr. Bungle – Retrovertigo

Unterwegs mit einem Sinfonieorchester in den Vereinigten Staaten hab ich beim Trommeln der Overtüre zu Gershwins “Porgy & Bess” in Michigan 2x Gänsehaut bekommen. Einmal als das Saxofon Solo mich fast in die Freudentränen katapultiert hat und einmal als wir Auftrittverbot bekamen, weil es in dem Stück um Gleichberechtigung geht. Als Schlagzeuge gerade mal ein Paar Jahre auf dem Markt waren, hat George Gershwin zwischen 1924 und 1938 musikalisch und bürgerrechtlich gesehen eine Revolution gestartet. Die ersten Schlagzeuge wurden durch William F. Ludwig um 1900 auf kulturellem Gebiet der „No-Drumming-Laws“ in den USA produziert. Dieses Gesetz verbot es den Sklaven, ihre traditionellen Handtrommeln zu spielen und führte dazu, dass die afrikanische stark rhythmische Musikkultur mit europäischen und orientalischen Schlaginstrumenten gepflegt wurde. Und eben mit Schlagzeugen. Das erste komplette Schlagzeug kam 1918 durch die Ludwig Drum Corporation in den Handel.
Als Schlagzeuger, der in den 90ern Auftrittsverbot in Michigan für Porgy & Bess bekommt und das aus rassistischen Beweggründen heraus, kann dieses hier gar nicht wichtig genug sein.

Gershwin – Porgy and Bess (Overture)

Snapcase’s “Progression Through Unlearning” ist sowohl textlich als auch musikalisch meine Lieblings-Straight Edge Hardcore Band (gewesen).

Snapcase – Caboose

Das gleiche gilt für Ensign, Morning Again, und viele andere. Zum Thema Heidi, Haare und Extensions, der hier:

Refused – Beauty

Alec Empire hat mal einen Soundcloud Kommentar bei mir gelassen, das fand ich richtig geil! And always remember kids:

Atari Teenage Riot – Hetzjagd auf Nazis

DJ Shadow is the man. Endtroducing, The Private Press und alle Mixtapes und Projekte, ob mit Cut Chemist oder UNKLE liebe ich immernoch sehr doll. Aber das beste ist, dass er nach all den Jahren immernoch extrem tief im Untergrund nach Musik wühlt. Das merke ich u.a. daran, dass er gerne Tracks von mir spielt. Sowas gehört nebenbei gesagt, zu den abstraktesten Erfahrungen überhaupt, wenn die unantastbaren Vorbilder und Lehrer plötzlich kommentieren, spielen und befürworten was man so macht. Schweres Gefühl ist das. Aber gut!

Dj Shadow – Mongrel… Meets his Maker

An dieser Stelle bleibt uns nur noch und nichts weniger als danke zu sagen! Und wer an dieser Stelle Lust auf mehr Joney alias Jonas Schiefferdecker bekommen hat, möge bitte seine Soundcloud– oder Facebook-Seite sowie das Ill-Blog auschecken! Darüber hinaus an ausgewählten Terminen – siehe unten – Joney live zu begutachten. Viel Spaß dabei und uns allen ein tolles Wochenende! Hade! 


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