Nachgehakt: Interview mit Fotograf Simon Menner

Simon Menner, der UdK-Meisterschüler von Professor Stan Douglas, sorgt seit Jahren mit außergewöhnlichen Bildserien für Verwunderung und damit auch für Furore. Zuletzt war es sein Bildband „Top Secret“, der durch eine Zusammenstellung von Fotos aus den ehemaligen Archiven der DDR-Staatssicherheitsbehörde die Frage aufwarf: Was hat Big Brother eigentlich alles gesehen? Im September dieses Jahres nahm Menner an der Ausstellung TransFormAktion in Hamburg teil, wo sich ein interessantes Gespräch mit ihm entwickelte. Dieses Interview stellt somit eine Art Fortsetzung dessen, aber auch unserer Rubrik „Nachgehakt“ dar.

MYL: Du bis 1978 in Emmendingen – einer Kleinstadt in Baden-Württemberg nahe der französischen Grenze – groß geworden. Wie war dort Dein erster Kontakt mit Fotografie?
Simon Menner: In Emmendingen war ich nach meiner Geburt und dem damit verbundenen Krankenhausaufenthalt kein weiteres mal. Aber als Geburtsort steht es so nun einmal in meinem Personalausweis. Aufgewachsen bin ich in einer ländlichen Region am östlichen Rand des Schwarzwaldes. Sehr konservativ und sehr bodenständig. Mich mit Kunst auseinander zu setzen hat nichts mit meiner Familie zu tun – der Kunstkontakt in dieser Zeit beschränkte sich auf die kurzen Einführungen und Posterbücher des Taschen-Verlages -, vielmehr spiegelte sich darin der Wunsch mich von diesem biederen Umfeld abzugrenzen. Fotografie war da überhaupt kein Thema und auch mein Kunststudium hatte ich im Glauben begonnen Bildhauer zu werden. Mein Interesse für dieses Medium entwickelte sich erst sehr langsam und spät.

MYL: Ein Blick auf Deine Homepage simonmenner.com erweckt den Eindruck, dass zu der Auseinandersetzung mit gewissen Thematiken (u.a. „Some Image of Graves of Jews named Adolf““oder „30 Jesuses““ gleichzeitig auch immer eine Art Sammelleidenschaft gehört. Würdest Du dem zustimmen und falls ja, woher kommt diese?
Simon Menner: Zugegeben, meine Website ist mittlerweile doch recht voll. Aber ich tue mich schwer Dinge herunter zu nehmen. Es kommt vor, dass bestimmte Projekte irgendwann nicht mehr dort zu sehen sind, aber ich möchte auf dieser Seite einen sehr breiten Blick auf meine Projekte ermöglichen. Auch auf die, die selbst mir heute nicht mehr so viel sagen. Aber da komme ich eben her und dazu sollte ich stehen.
Meine Leidenschaft zum Sammeln findet bei mir eigentlich nur im Kopf statt. Ich habe weder zu Hause noch im Atelier – auch nicht in Ordnern auf meinen Festplatten – Sammlungen von Dingen oder Kisten mit Fotos. So wie man es vielleicht von einem Künstler erwarten würde. Ich recherchiere viel und experimentiere wenig. Erst wenn ich genau weiß, welches Material ich haben möchte, suche ich danach. Fast alles fließt danach in meine Projekte. Manche Projekte funktionieren nicht und werden verworfen. Aber es stapelt sich kein Material, welches auf einen Nutzen wartet. Thematisch sind viele meiner Projekte miteinander verwandt, da sie aufeinander aufbauen und ein Projekt da ansetzt, wo ein anderes schon gestochert hat.

MYL: „Murder Weapons“, „Posing with Corpses“ oder „Children Draw Images of War“ – viele Deiner Serien behandeln Themen wie Tod, Militarismus und Krieg. Warum bist Du gerade an diesen Themen interessiert?
Simon Menner: Jungsthemen? Eigentlich nicht. Mir geht es ja vielmehr um Fragen nach der Natur des Bildes und wie unsere Wahrnehmung funktioniert. Dabei ist das Brutale und Gewalttätige eigentlich nur ein Stilmittel. Eines, dessen ich mich zugegebener Maßen gerne bediene. Diese Dinge haben etwas absolutes und lassen sich daher nicht leicht relativieren. Für meine Serie „Murder Weapons“ habe ich Mordwaffen fotografiert. Also Gegenstände mit denen Personen umgebracht wurden. Wie ändert dieses scheinbare Wissen um die Tat – die sich ja am Bild selbst nicht direkt ablesen lässt – bei Betrachter die Wahrnehmung der Gegenstände? Wie und wann wird das Küchenmesser vom Kochutensil in den Augen des Betrachters zum Objekt des Grauens? Was geschieht dabei im Betrachter? Ich könnte hier ja beliebige Objekte mit einer bestimmten Hintergrundgeschichte dokumentieren und zu fragen versuchen wie die Geschichte mit den Bildern koexistiert. Hier wäre die Antwort aber zu vage. Nicht eindeutig. Gewalt lässt den Betrachter gewissermaßen erschaudern und lässt keine Relativierung der Bilder mehr zu. Das Bild einer Blume, die das Geschenk einer Person für eine andere war, bleibt vordergründig das bloße Bild einer Blume. Das Bild eines Küchenmessers, mit dem jemand ermordet wurde, verliert auf befremdliche Weise seine Unschuld und es kann nicht mehr als bloßes Küchenmesser wahrgenommen werden.

MYL: Ältere Foto-Serien wie „Fighting Village“ oder „Nameless Streets“ zeigen einen eher architekturfotografischen Blickwinkel. Das Projekt „Metacity“, bei dem im Hintergrund Obdachlose versteckt in einer jeweiligen Stadtszenerie gezeigt werden, scheint da eine Art Zäsur darzustellen. Könntest Du was zu den Hintergründen dieser Serie sagen?
Simon Menner: Das Projekt Metacity ist für mich wichtig. Einerseits handelt es sich dabei um mein erstes großes und aufwändiges Langzeitprojekt, andererseits ist es ebenso ein fotografisches Projekt, wie auch ein Projekt über das Medium Fotografie – und die damit einhergehende Wahrnehmung. Die Beschäftigung mit dem Thema, die konzeptionelle Aufarbeitung des Ganzen und die langwierige Realisierung – immerhin habe ich vier Jahre gebraucht um in die vier Städte reisen zu können -, dies war alles schon sehr prägend. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das Projekt wieder so angehen würde, aber missen möchte ich die Arbeit daran nicht. Im Kontext dieser Arbeit bin ich auf verschiedene Fragen gestoßen, an denen ich mich auf die eine oder andere Weise heute noch abarbeite. Und ich sehe meine Projekte immer sehr stark aufeinander aufbauen. So gesehen sind der Obdachlose, der in der Ecke kauert und der Scharfschütze, der hinter dem Baum liegt sicherlich visuell verwandt. Wenngleich beim einen – dem Obdachlosen – das Verborgen-Sein Teil des Versuchs ist eine Privatsphäre aufrecht zu erhalten und beim anderen Teil des Versuchs die Wahrnehmung des Gegners gegen diesen selbst auszuspielen. Oberflächlich ähnlich, inhaltlich anders.

MYL: Gut getarnt ging es eben auch bei „Camouflage“ zu. Schöne, nahezu romantische Landschaftsbilder. Doch in Wirklichkeit handelt es sich dabei um einen Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Wie gestaltete sich die Vorbereitung, schließlich war hierzu ja eine Genehmigung des Verteidigungsminister nötig?
Simon Menner: Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr verlief ganz wunderbar. Extrem offen und freundlich. Natürlich musste ich erst einmal die entscheidenden Personen von meinem Projekt überzeugen und es ist für Künstler generell sehr wichtig vor dem Stellen von Anfragen das Konzept klar zu durchdenken, um überzeugend zu sein. Aber die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium sind ausgesprochen offen für ungewöhnliche Projekte – ich kann nicht genug meine Dankbarkeit ausdrücken. Wohlgemerkt habe ich selbst aus vollster Überzeugung meinen Wehrdienst verweigert. 

Das Projekt war auch insofern interessant für mich als dass ich bei meinen beiden Fototerminen – einmal in Schleswig-Holstein, einmal in den Bayrischen Alpen – jeweils ein komplettes Team um mich hatte, mit Offizieren, Scharfschützen und Fahrern. Ein sehr großer und großzügiger Aufwand für ein verschrobenes Künstlerprojekt, bei dem man die Scharfschützen noch nicht einmal richtig sieht. Aber alle waren glücklich – ich ganz besonders. 

MYL: Nicht auf jedem Bild kann man aber wirklich den Scharfschützen ausmachen, der auf den Betrachter zielt. Bildbearbeitung gab es ja auch schon zu analogen Fotografie-Zeiten, aber gerade im heutigen digitalen Zeitalter hat diese Diskussion eben nicht an Brisanz verloren. Neben der möglichen Bedrohung durch die Scharfschützen, geht es hierbei doch auch um die Frage von Authentizität von Photographie, oder?
Simon Menner: Klar, ich hätte es mir viel einfacher machen können, indem ich in einen Berliner Park gehe, Fotos von Bäumen mache und dann sage: „Da liegt einer“. Keiner könnte es so ohne weiteres widerlegen. Aber das ist ja gerade ein Teil des Projektes. Ich kann versichern, dass die Bilder authentisch sind – ein Zweifel kann aber immer da sein. Es ist das faszinierende Problem, dass sich Nichtexistenzen nicht positiv belegen lassen. Russels Teekanne – nur so als Stichwort.
Ich habe mein Kunststudium 2002 begonnen. Ich erinnere mich noch, dass damals gerade die digitale Technik richtigen Einzug mit die fotografische Arbeit gehalten hatte. Alle sprachen vom kommenden Paradigmenwechsel im Feld der Fotografie. Alles würde anders werden. Die Digitale Revolution. Ich glaube diese ist irgendwie doch ausgefallen. Oder sie hat sich sehr auf die technische Oberfläche beschränkt. Gab es denn einen wirklichen Wandel in der Wahrnehmung von Bildern? Ich glaube nicht. Man verweist zwar gerne auf die potenzielle Manipulierbarkeit der Bilder – was ja eigentlich nichts neues ist – aber man übt keinen Verzicht. Ganz im Gegenteil. Ein immer größerer Teil menschlicher Kommunikation ist bildbasiert. Vielleicht ist das die Revolution des Bildes. Das Bild als Schriftersatz. Und deswegen werden sich meine Fragen zur Natur des Bildes und zu dessen Instrumentalisierung so schnell wohl nicht final beantworten lassen.

MYL: In dem IBB-Katalog 2009 schrieb Dr. Matthias Harder über Dich: „Menner zeigt etwas, das gemeinhin im Verborgenen liegt. Er spürt etwas auf und interessiert sich im wahren Wortsinn für die Kehrseite der Dinge“. Stimmst Du dieser Einschätzung zu?
Simon Menner: „Die Kehrseite“ klingt sehr nach einer anderen Realität. Das ist es nicht. „Das Verborgene“ ist für mich sehr faszinierend, aber nur insofern, dass es sich dabei um einen Teil von etwas handelt, was wir sehr gut zu kennen glauben. Gewisse Dinge bleiben uns verborgen, obwohl sie einen sehr großen Einfluss auf uns haben. Manchmal sind sie sogar entscheidender als die ganz offen erkennbaren Teile. Kehrseiten kann ich dabei nicht erkennen.

MYL: Grundsätzlich dürfen Interessierte Dich im Studio in Berlin-Adlershof besuchen („I know, it is quite far from city center, but visitors are very welcome.“). Zusätzlich versendest Du in unterschiedlichen Abständen Newsletter. In den sozialen Portalen wie Facebook, Google+ oder Twitter findet man hingegen keinen eigenen Simon Menner-Account. Warum hast Du eher keinen Bezug zu sozialen Medien?
Simon Menner: Soziale Netzwerke wären für mich nur wichtig um einfach gefunden zu werden. Nun ist es bei mir so, dass meines Wissens nach nur einen Simon Menner gibt. Googelt und Ihr werdet mich finden! Ich teile mich über meine Internetseite, Publikationen oder Ausstellungen bereits der Welt mit. Mein Mitteilungsbedürfnis der Allgemeinheit gegenüber ist damit aber schon erschöpft. Was sollte ich noch twittern? So interessant ist mein Alltag ja nicht. Das heißt aber nicht, dass ich nicht doch einen Twitter-Account habe, um bei einer Hand voll Leuten zu lesen, was sie zu sagen haben. Ich halte nur nichts von Klarnamen. Netzwerken wie Facebook, Linkedin und Google+ stehe ich hingegen sehr kritisch gegenüber. Das brauche ich in der Form, in der sich diese Dienste darstellen, nun wirklich nicht in meinem Leben.

MYL: Darüber hinaus haben sich in den letzten Jahren viele Online-Fotocommunitys wie zum Beispiel auf Instagram gebildet. Zudem gibt es mit Richard Koci Hernandez bekannte Vertreter der sogenannten iPhone-Fotografie, welche eben das iPhone gegen die Fotokamera getauscht haben. Was hältst Du von diesen Entwicklungen?
Simon Menner: Wem es gefällt, soll es machen. Egal, welche Technik benutzt wird, ganz wenige Bilder sind wichtig. Da kann man sich auch aus den Pappröhren von Toilettenpapier Lochkameras bauen. Dies wird nichts grundlegend ändern. Die Technik ist nicht wichtig. Ebenso wenig hat es einen grundlegenden Einfluss auf die Gesamtqualität wie einfach es ist Bilder zu publizieren. Vor der Erfindung des Buchdrucks war die literarische Qualität des geschriebenen Wortes auch keine andere. Die Demokratisierung eines Mediums ist für mich grundsätzlich zu begrüßen, fördert aber nicht zwingend die Qualität. Es mag zwar mehr Stecknadeln geben, aber der Heuhaufen wächst mit.

MYL: Viel beachtet wurde in der letzten Zeit auch Dein Band „Top Secret – Bilder aus den Archiven der Staatssicherheit“. Wie hast Du denn die DDR und die Wendezeit wahrgenommen?
Simon Menner:  Als die Mauer fiel war ich elf Jahre. Meine Famile ist recht apolitisch und hatte keinerlei Beziehungen in den Osten. Zudem waren wir im Südschwarzwald so weit weg von der DDR wie möglich. Der Mauerfall hatte uns also nicht betroffen. Die Wahrnehmung, die ich hatte, stammte aus der Schule und dem Fernsehen. Das ist aber für mich auch irrelevant.

Das Projekt mit den visuellen Hinterlassenschaften der Staatssicherheit war bei mir von Beginn an nicht historisch motiviert. Mir ging es dabei um die Frage nach Bildern der Überwachung und hätte ich die Wahl, so würde ich die Bilder nutzen wollen, die in den letzten zwei Wochen von Geheimdiensten angefertigt wurden. Es liegt aber nun einmal in der Natur dieser Sache, dass solches Material unzugänglich ist und es auch bleiben soll. Während meiner Recherche im Material der Stasi habe ich parallel versucht an Material des Bundesnachrichtendienstes zu kommen. Etwa ein Jahr der Kommunikation führte lediglich dazu, dass mir etwa 20 Bilder übergeben wurden, die ich höchstens unter dem Titel „Die 20 nichtssagendsten und langweiligsten Bilder aus der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes in der Zeit des Kalten Krieges“ ausstellen könnte. Das Archivmaterial, welches die Stasi ganz unfreiwillig hinterlassen hat ist daher ein unbeschreiblicher Schatz. Es ist zugänglich und steht für mich stellvertretend für alle anderen – unzugänglichen – Archive. Ich weiß aus gut informierter Quelle, dass es beim BND ähnliches Material gibt. Immer noch Top Secret und danach vielleicht direkt geschreddert. Dies ist eine Schande, verschließt es doch den Zugang zu diesem Teil der deutsch-deutschen Geschichte.

MYL: Zwei Jahre haben die Recherchen für „Top Secret“ angedauert. Doch trotz der schrecklichen Maschinerie die hinter diesen Werken stand, besitzen einzelne Bilder wie zum Beispiel die Porträts zum „Kurs der Verkleidung“ eine eigenartige, fast schon komische Ästhetik. Hat Dich dies in der langen Vorbereitungszeit auch immer wieder fasziniert?
Simon Menner: Die „Banalität des Bösen“ ist vielleicht eine etwas abgedroschene Phrase, aber sie trifft es doch. Diese Bilder sind furchtbar normal und vermutlich würde auch ich so aussehen, würde ich von Oben gezwungen an einer solchen Übung teilzunehmen. Das würden wir alle. Ich vermute, dass ein Teil der komisch anmutenden Ästhetik auch im Alter der Bilder zu sehen ist. Wenn man in einem Fotoalbum auf Bilder aus den späten 70ern, frühen 80ern stößt, so sehen die Personen darauf sonderbar aus. Vermutlich hat dies auch mit einem anderen Umgang mit und vor der Kamera zu tun. Wir dürfen aber nie aus den Augen lassen, dass all das Gezeigte vollkommen ernst gemeint war und genau so zur Repression der Gesellschaft genutzt wurde. Das Lachen ist gut, sollte aber doch bitte im Hals stecken bleiben.

MYL: Eine Kritik von Karin Schulze auf Spiegel Online lautete: „Weil hinter der Verkleidungskomik systematische Verfolgung Andersdenkender steckt, hätte man sich in „Top Secret“ mehr Erklärung gewünscht als die knappe Einführung Menners und die wenigen Sätzen zu den verschiedenen Bildtypen.“ Was würdest Du ihr entgegnen?
Simon Menner: Ich bin kein Historiker und dies ist nicht die Arbeit eines Historikers. Anders als ein Historiker kann ich den Kontext auf ein Mindestmaß reduzieren und so nicht zu viel Einfluss auf die Bildrezeption nehmen. Was hilft es uns zu wissen, welche Wohnung da durchsucht wurde? Hier besteht vielmehr die Gefahr in Raster von Schuld und Unschuld zu verfallen. War der eine dessen Wohnung durchsucht wurde tatsächlich in der Opposition? War der andere zu Unrecht verfolgt? Das sind genau die Raster, die von der Stasi zur Interpretation und Instrumentalisierung dieser Bilder verwandt wurden. Mir geht es auch darum zu zeigen was für ein jämmerliches Beweismittel ein Foto doch sein kann und was für ein furchtbares zugleich – jedweder Interpretation offen. Es gibt so viele historische Bücher zu dem Thema. Man kann diese alle gerne lesen. Ich wollte Bilder zeigen und um nicht ein unlösbares Rätselbuch zu produzieren, gibt es eben kurze – sehr kurze – Texte, die die Richtung vorgeben.

MYL: Arbeitest Du schon an neuen Projekten, von denen wir bisher noch nichts wissen? Und wo kann man außer in Deinem Studio in Berlin demnächst Arbeiten von Dir sehen?
Simon Menner: Im Januar eröffnet eine Gruppenausstellung im Museum of Contemporary Photography in Chicago mit Teilen der Stasi Arbeit. Dann gibt es eine Ausstellung in Hamburg im Februar. Und dann mal sehen. Ich bin ja kein Maler, der täglich in sein Atelier geht und weitermalt. Ich habe einige Projekte im Kopf, die ich gerne umsetzen würde, aber das gestaltet sich bei allen etwas schwierig. Beispielsweise würde ich gerne mit einem Archiv in England arbeiten, was aber derzeit meinen finanziellen Rahmen sprengt. (Eigentlich habe ich aber auch gerade keine Lust auf Archivarbeit). Daneben versuche ich seit vier Jahren immer mal wieder die EU-Kommission zu überzeugen mich in Brüssel Räume fotografieren zu lassen, die Anfang der 2000er Jahre verwanzt waren. Aber hier fehlt der politische Wille – angeblich ist dies nicht im öffentlichen Interesse. Solche Dinge nehmen mehr Zeit in Anspruch als die eigentliche künstlerische Arbeit. An Ideen mangelt es mir eigentlich nie, die Umsetzung ist der schwierige Teil meiner Arbeit.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Simon Menner für dieses Interview! Wer nun an seinen Projekten sowie weiteren Hintergrundinformationen interessiert ist, wirft bitte einen Blick auf simonmenner.com. Alle hier dargestellten Bilder erscheinen übrigens mit freundlicher Genehmigung von Simon Menner.

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