Etwas Politik – Videoformat „Jung & Naiv“

Bei Twitter folge ich Tilo Jung schon länger und so wurde sein Interviewformat „Jung & Naiv“ von Zeit zu Zeit durch meine Timeline gespült. 
Ich gebe es ehrlich zu – beim ersten flüchtigen reingucken irgendeiner Folge „Jung und Naiv“ während des Essens, ging mir die gewollt naive Fragerei aufn Keks. Ich schiebe das jetzt aber einfach mal auf die Situation. Ich hatte irgendwie etwas anderes erwartet und so zwischen Essen reinschaufeln und gelegentlich aufs iPad gucken sprang der Funke damals einfach nicht über. Ich gab dem Ganzen aber noch eine Chance und  konnte dann auch verstehen, was dieses Format so gut und beachtenswert macht. Selbst meist auf der Höhe der netzpolitischen Geschehnisse, wunderte ich mich zuerst über die vermeidlich penetrant-dummen Fragen von Tilo an seine Interviewpartner. Diese Form des Interviews hat aber gleich zwei interessante Effekte für das Format. Zum Einen entlockt sie den Interviewpartnern teilweise entlarvende oder blamierende Aussagen – wie zum Beispiel dem Innenminister Friedrich – und zum Anderen macht sie aber auch relativ komplexe Themen für die breite Masse verständlicher und einfacher zugänglich. Neben dem Elektrischen Reporter ist das Format ein weiteres was ich meinen Eltern deshalb dringend ans Herz legte. Was wir ja wissen ist, dass es nicht reicht selbst gut informiert gesellschaftspolitische Themen im Netz zu diskutieren, sondern auch die Leute teilhaben zu lassen die außerhalb unserer Filterbubble leben.
Besonders bei abstrakten Themen wie dem Abhör-Skandal PRISM/Tempora schafft es Tilo seinen Interviewpartner dazu zu bringen die theoretischen Zusammenhänge in gut verständlichen Beispielen dar zu stellen und somit bereits Informierten als auch Interessierten einen sinnvollen Mehrwert zu bieten.

Alles in Allem kann man als Fazit festhalten, dass es gerade solche Inhalte sind in denen ich persönlich die Zukunft von  journalistischen Videoformaten sehe.

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