Freitagsmusik mit DJ Eff’em

Zu Ostern ist ein Freund des Hauses bei unserer Freitagsmusik zu Gast. Dj Eff’em gibt sonst seine Favoriten bei 16Bars preis. Heute gibt es Rap aber bei uns. Oder wie er es sagt:

„Karfreitag. Der prominenteste aller Freitage im Kalenderjahr. Da kann man schon mal Bilanz über die größten Hits des mitteljungen Jahres ziehen. Hier sind meine!“

Beginnen wir mit Baba Haftbefehl. Wo denn auch sonst!? Sein Ende Januar erschienenes Album „Blockplatin“ hat deutschsprachigem Gangsta Rap (neues) Leben eingehaucht und markiert in hiesigen Sprechgesangsgefilden einen neuen Meilenstein. „Generation Azzlack“ ist wahrscheinlich der stärkste Track des Albums und wohl so etwas, was man landläufig als „Banger“ bezeichnet. Haft flowt ebenso präzise wie aggressiv über dieses Monstrum eines Beats (DJ Frizzo) und zersägt halt in knapp zweieinhalb Minuten einfach mal alles. Ein nicht nur für Deutschrap-Verhältnisse unfassbar unterhaltsames Unterfangen, weshalb das Ding auch seit Release meine Playlist nicht verlassen hat. (Ebenso übrigens wie der exzellente Azzlackz-Posse-Remix von „Chabos wissen, wer der Babo ist“)

Bisher hatte ich Young Scooter nur als das wahrgenommen, was er letzten Endes wahrscheinlich auch ist: Gucci Manes Weed Carrier bzw. der Murphy Lee zu Futures Nelly. „Colombia“ aber ist grandios. Während die Drums relativ laid back daher kommen, verleihen die tiefen Frequenzen dem Track die nötige Spannung. Scooters ignorant-gelangweilt vorgetragene Drogenschmuggler-Geschichte sitzt perfekt auf dem Beat und dass inhaltlich davon nicht allzu viel hängen bleibt, interessiert mich überhaupt nicht. Dafür kann ich mir den Song problemlos 17 mal am Stück anhören.

Ich habe ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Drizzy Drake. Generell ist das schon ein ziemlicher Hampelmann (siehe: Dance Moves in obigem Video, Catfights mit Chris Brown, Posthume Aaliyah-Kollabos etc.), rein musikalisch kann ich aber leider fast nichts an ihm aussetzen. Völlig zurecht hat sein letztes Album „Take Care“ dieses Jahr u.a. Nas den Rap-Grammy weggeschnappt und „Start It From The Bottom“ ist einfach, ganz objektiv betrachtet, der beste Rap-Song des bisherigen Jahres. Hit.

Dem James Blake-Hype vor knapp zwei Jahren hab ich mit verhältnismäßig wenig Anteilnahme beigewohnt. War schon alles ganz cool, aber abgesehen von ein paar Remixen hat es mich jetzt nicht so krass gezeckt. „Retrograde“ find ich aber unwahrscheinlich großartig…

Einen noch nicht bekannten J. Dilla-Remix zu entdecken ist eine schöne Sache. Eventuell kannte ich ihn auch doch schon und habe ihm bloß beim ersten Hören die angemessene Aufmerksamkeit verwehrt, jedenfalls höre ich in seit seiner (Wieder-)Entdeckung sehr oft und gerne. Dillas knochentrockene Drums harmonieren perfekt mit Raphael Saadiqs Stimme. Sehr schön.

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