„Mach Sie Sagen“ – Die Anti-Talkshow

Seit wenigen Tagen erweitert die Web-Talkshow Mach Sie Sagen die deutsche Internetlandschaft. Verantwortlich hierfür ist das Inside The Haze-Blog aus München. Reicht es aber „Pimmel“, „Scheide“ und „Schön, dass Dirk Bach nicht mehr da ist“ zu sagen, um möglicherweise als Nachfolger der hochgelobten „Roche & Böhmermann“ zu gelten?

Der Eigenbezeichnung nach ist Mach Sie Sagen ein Web-TV Format, dass „wie ein Blog“ moderiert wird und so unkontrollierbar, wie das Internet selbst, sei. Für die Sendung haben sich die Moderatoren Marco und Jakob in die Münchener Spezlwirtschaft zusammengefunden. Leider kenne ich München zu wenig, was ein Euphemismus ist, denn eigentlich kenne ich München so gut wie gar nicht. So wäre es auch vermessen zu erwähnen, dass sich bei Mach Sie Sagen subtil ein paar Klischees über eben diese Stadt bestätigen: Flaschenpfandsuche mit dem iPhone oder das weiße Ralph Lauren-Hemd von Moderator Marco. Doch gerade vor diesem Hintergrund macht diese Sendung doppelt Sinn: Es ist wie eine Art kleine Stadtrundfahrt in das München der Anti-Stereotype. Ferner sind es aber auch gerade die oberflächlichen Kleinigkeiten, die diese Sendung erst so sehenswert machen! Insbesondere die kurzen Trailer zu den Gästen sind, um es mit einem etwas lokalkoloritischen Anklang zu sagen, ein Schmankerl. Apropos Gäste: Die – wie zum Beispiel der Designer Mirko Borsche – kommen leider erst mit zunehmender Anzahl so richtig aus sich heraus. Auch die beiden Moderatoren treten hier und da noch auf der Stelle, verlieren sich im eigenen Witz – selbstreferenziell könnte man es auch nennen. Dennoch haben sie hier mit der ersten Folge ein mehr als solides Talkshow-Debüt abgeliefert. Eine Talkshow, die eigentlich keine sein will! Ich bin sehr auf die weiteren Episoden gespannt – aber jetzt erst einmal viel Spaß mit der ersten:

Wenn Jakob und Marco frei reden, erlebt man ein Gespann, das jetzt schon besser ist, als Joko und Klaas je waren. Weil sie ihren Gästen ehrlich interessiert und konzentriert zuhören, weil sie sie ernst nehmen.

— Aus dem Artikel „Mach sie warten“ auf jetzt.de

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